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Lampen

Die Umwandlung der elektrischen Energie in sichtbare Strahlung (Lichterzeugung) erfolgt in Lampen (Lichtquellen). Prinzipiell werden drei Arten solcher Energieumwandlung unterschieden, nämlich die Lichterzeugung

  • durch Temperaturerhöhung (Temperaturstrahler),
  • durch Gasentladung (Entladungslampen) und
  • durch elektronische Vorgänge in Festkörpern (Elektrolumineszenz).

 


In den Industrienationen ist der Stückzahl-Anteil der Glühlampen und Halogenglühlampen vor allem wegen der weiten Verbreitung in der Wohnraumbeleuchtung mit etwa 3⁄4 an der Gesamtzahl der verwendeten Lampen dominant. Gasentladungslampen mit einem Stückzahl-Anteil von etwa 1⁄4 werden überwiegend in der technischen Innen- und Außenbeleuchtung angewendet. Demgegenüber decken Entladungslampen in den Industrieländern über 80% des Lichtbedarfs ab. Und der Prozentsatz nimmt stetig zu. Aufgrund des höheren Wertinhaltes der Gasentladungslampen gegenüber Glühlampen kehren sich die Verhältnisse im Hinblick auf den wertmäßigen Umsatz nahezu um. Das Bild zeigt die Verteilung der wichtigsten Lichtquellen in
Deutschland im Jahr 2004. Die Verhältnisse sind in anderen Industriestaaten etwa ähnlich.

Lampenarten

Glühlampen

Glühlampen (Allgebrauchslampen) werden bevorzugt in der Wohnraum- oder der repräsentativen Beleuchtung eingesetzt. Mit etwa 12 lm/W und einer mittleren Lebensdauer von 1000 Stunden sind sie für kommerzielle und industrielle Anlagen weniger geeignet.

Hochvolt-Halogenlampen für den Netzspannungsbetrieb und Niedervolt-Halogenlampen für 12 V bzw. 24 V zeichnen sich durch ein brillantes Licht aus. Sie finden daher in Verkaufsräumen und in repräsentativen Anlagen Anwendung sowie dort, wo die Architektur des Raumes oder seine Ausstattung besonders zur Geltung kommen soll. Ihre Lebensdauer ist mindestens doppelt so hoch, ihre Lichtausbeute bis zu 50% höher als die der Glühlampen.

Halogen-Glühlampen werden wegen ihrer sofortigen Lichtstromabgabe (es ist also keine Zündzeit wie bei Entladungslampen nötig) auch zur Überwachung von Objekten, z. B. in Verbindung mit Bewegungsmeldern, eingesetzt. Halogen-Glühlampen für 230 V können uneingeschränkt gedimmt werden. Niedervolt-Halogenlampen benötigen einen Transformator, der die Spannung auf 6 V, für die meisten Lampen auf 12 V, für einige Lampen auch auf 24 V reduziert. Mit geeigneten (elektronischen) Transformatoren können sie gedimmt werden. Speziell beschichtete Lampen (Infra-Red-Coating) benötigen bei gleichem Lichtstrom ca. 30% weniger Energie. Bei Energiebetrachtungen ist die Verlustleistung des Transformators einzubeziehen.

Hochdruck-Entladungslampen

Aus energetischen Gründen werden für die technische Beleuchtung vornehmlich Entladungslampen eingesetzt. Hochdruck-Entladungslampen sind entweder Quecksilberdampf-Hochdrucklampen, Halogen-Metalldampflampen oder Natriumdampf-Hochdrucklampen.

Hochdrucklampen benötigen bis zum Erreichen des vollen Lichtstromes bis zu 10 Minuten und nach Ausschalten eine Abkühl- und Wiederzündzeit von einigen Minuten. Insofern können sich kurzzeitige Netzunterbrechungen (sogenannte Netzwischer) nachteilig auf die Verfügbarkeit der Beleuchtung auswirken. Besondere Betriebsgeräte für eine sofortige Wiederzündung der Lampen auch im heißen Zustand sind zwar aufwändig aber vermeiden diesen Nachteil. Aufgrund neuer elektronischer Vorschalt- und Zündgeräte ist diese sofortige Wiederzündung (Heißwiederzündung) von Hochdrucklampen wesentlich vereinfacht worden.

Quecksilberdampf-Hochdrucklampen werden wegen ihrer weniger guten Farbwiedergabe in Innenräumen (z. B. in Industriehallen) nicht mehr verwendet. Sie sind durch die Halogen-Metalldampflampen nahezu vollständig ersetzt worden. Lampenphysikalisch bedingt ist eine hohe Lichtausbeute mit einer weniger guten Farbwiedergabe und umgekehrt verknüpft. Die breite Typenreihe der Halogen-Metalldampflampen erlaubt die Wahl von Lampen entweder mit sehr guten Farbwiedergabe- Eigenschaften, z. B. für die Beleuchtung von Verkaufsräumen und Schaufenstern, oder mit hoher Lichtausbeute für die wirtschaftliche Industriebeleuchtung.

Natriumdampf-Hochdrucklampen zeichnen sich durch eine sehr hohe Lichtausbeute aus. Sie werden daher in der Außenbeleuchtung und in hohen Hallen, z. B. der Stahlindustrie, verwendet, wo sich ihre weniger gute Farbwiedergabe nicht nachteilig auswirkt. Diese Lampen stehen auch mit verbesserter Farbwiedergabe (CRI color rendering improved) mit glühlampenähnlicher
Lichtfarbe und guter Farbwiedergabe zur Verfügung. Diese werden im gewerblichen Bereich, wie z.B. in Verkaufsräumen und bei der Akzentbeleuchtung, und bei anspruchsvoller Straßenbeleuchtung und für Anstrahlungen verwendet. Jedoch geht auch hier die Farbverbesserung zu Lasten der Lichtausbeute.

Einige Hochdrucklampen benötigen zusätzlich zum Vorschaltgerät ein Zündgerät, mit dem die hohe Zündspannung erzeugt wird. Zunehmend setzen sich auch elektronische Betriebsgeräte für Hochdrucklampen durch.

Niederdruck-Entladungslampen

Leuchtstofflampen sind Quecksilberdampf-Niederdrucklampen. Sie decken wegen ihrer hohen Lichtausbeute und Lebensdauer etwa 70% unseres Lichtbedarfs ab. Grundsätzlich sind – von Sonderfällen abgesehen – stabförmige und Kompakt-Leuchtstofflampen höherer Leistung in der technischen Innenraumbeleuchtung gegenüber anderen Lampenarten zu bevorzugen. Mit den Dreibanden-Leuchtstofflampen neuer Generation reduziert sich der Lichtstromrückgang nach 10000 Betriebsstunden nur um 8% und bei Betrieb an einem elektronischen Vorschaltgerät EVG
nach etwa 20000 Stunden nur um 12%. Der stark reduzierte Quecksilbergehalt trägt zudem zum Umweltschutz bei. Neben den Leuchtstofflampen der Hauptreihe von 18 W, 36 W und 58 W mit einem Durchmesser von 26 mm (T8-Lampen) sind besonders effektive Dreibanden- Leuchtstofflampen mit einem Durchmesser von 16 mm (T5-Lampen) mit folgenden verbesserten
Eigenschaften verfügbar (hinsichtlich der Bezeichnung T8 und T5:

  • höhere Lichtausbeute
  •  weniger Lichtstromrückgang während der Betriebszeit
  • geringerer Durchmesser, daher kleinere Leuchten, höhere Leuchtenwirkungsgrade und geringeres Verpackungsvolumen und
  • optimaler Lichtstrom bei einer Umgebungstemperatur von 35°C bis 38°C, wie sie üblicherweise in Leuchten existiert. Diese Lampen können nur mit EVG betrieben werden.

 


Leuchtstoffe setzen die in der Quecksilberdampf-Niederduckentladung entstehende UV-Strahlung in sichtbares Licht um. Aufgrund der Zusammensetzung des Leuchtstoffes wird in Dreibanden- und Standard-Leuchtstofflampen unterschieden. Die Leuchtstoffe der Dreibanden-Leuchtstofflampen bestehen aus Elementen der Gruppe der „Seltenen Erden“, die Leuchtstoffe der Standardlampen aus Halophosphaten. Durch Platzierung der Lichtemission von drei Emissionsbanden in Spektralbereichen, die aufgrund des Hellempfindlichkeitsgrades
des menschlichen Auges V(∂) für hohe visuelle Nutzeffekte sorgen, weisen Dreibanden-Leuchtstofflampen hohe Lichtausbeuten auf. Wegen ihrer höheren Lichtausbeute und des geringeren
Lichtstromrückganges während der Betriebszeit haben sie sich gegenüber den Standardlampen durchgesetzt. Dreibanden-Leuchtstofflampen erreichen am elektronischen Vorschaltgerät (EVG) eine bis zu 57% höhere Lichtausbeute gegenüber Standardlampen am konventionellen Vorschaltgerät (KVG), d. h. für die gleiche elektrische Leistung werden 57% mehr Lichtstrom „produziert“. Außerdem haben sie zusätzlich eine deutlich verbesserte Farbwiedergabe. Diese Lampen haben beste energetische Werte und werden daher überwiegend verwendet.

Der kälteste Punkt einer Niederdruckentladung bestimmt den Partialdruck des Entladungsgases und damit die Lichtausbeute der Lampe. Daher ist der Lichtstrom von Leuchtstofflampen stark von der Umgebungstemperatur abhängig.

T5-Lampen sind gegenwärtig die effektivsten Leuchtstofflampen. Sie werden entweder auf extremen Lichtstrom (HO high output) oder auf maximale Lichtausbeuten (HE high efficiency) eingestellt.

Der maximale Lichtstrom der T5-Lampen liegt im Bereich von 34°C bis 38°C, also im Bereich der Innentemperaturen von Leuchten, und ergibt daher höhere Leuchten-Betriebswirkungsgrade. Aufgrund internationaler Normen ist jedoch die Angabe des (niedrigeren) Lampenlichtstroms bei 25°C festgelegt. Beispiele für die Unterschiede im Lichtstrom zeigt die Tabelle für T5-Lampen der Lichtfarbe 840.

 


Zwei Bauformen sind verfügbar:

  • Ringform (Bild 4.1-8) als in sich geschlossene Entladung (ohne Anode und Kathode) mit einer Betriebsfrequenz des magnetischen Feldes von 250 kHz. Ferritkerne koppeln das Magnetfeld von außen ein. Der Dreibanden-Leuchtstoff wandelt die UV-Strahlung in sichtbare Strahlung (Licht) um. Der Leuchtstoff bestimmt damit auch die Lichtfarbe und Farbwiedergabe der Lampe.
  • Ellipsoide Kolbenform (Bild 4.1-9) mit einer im Innern der Entladung befindlichen Hochfrequenzantenne (Leistungskoppler) mit einer Betriebsfrequenz von 2,65 MHz. Auch hier wandelt der Leuchtstoff die in der Entladung entstehende UV-Strahlung in sichtbare Strahlung (Licht) um.

 

Merkmale von Induktionslampen:

  • Lange Lebensdauer bis 60000 Stunden, weil keine lebensdauerbegrenzenden Elektroden erforderlich sind. Die Lebensdauer wird praktisch nur durch das EVG begrenzt.
  • Lichtstromabnahme nach 60000 Stunden etwa 30%
  • Lichtausbeute von Lampe und Vorschaltgerät je nach Bauart und Leistung von 64 bis 80 lm/W
  •  Sofortige Zündung
  • Funktion nur mit systemspezifischem elektronischen Vorschaltgerät
  • Große Lichtstrompakete, je nach Bauart und Leistung von 3500 lm bis 12000 lm
  • Gute Farbwiedergabe Ra > 80

 

Elektrolumineszenz

Bei konventionellen Lampen entsteht sichtbares Licht entweder aufgrund Erwärmung von Metallwendeln (Glühlampen) oder durch Gasentladung. Bei LED (Light Emitting Diode) findet die Lichterzeugung in mehreren Schichten halbleitenden Materials statt, die aufgrund eines elektrischen Feldes zum Leuchten angeregt werden (Elektrolumineszenz). Dabei wird – abhängig vom halbleitenden Material – Licht in einer bestimmten Farbe (Gelb, Orange, Rot, Grün, Blau) erzeugt.

Das schmalbandige, monochromatische Licht der LED entsteht im Übergangsbereich (Sperrschicht) zwischen der n-leitenden (Elektronenüberschuss) und der p-leitenden (Elektronenmangel) Schicht des Halbleiterkristalls (pn-Übergang). Wird eine Gleichspannung angelegt, rekombinieren die Ladungsträger und es entsteht die materialcharakteristische Lichtfarbe. Ein Reflektor und eine Linse mit unterschiedlichen optischen Eigenschaften (sammelnd, streuend usw.) verbessern die Lichtabstrahlung.

Weißes Licht entsteht entweder durch Mischung des Lichtes von roten, gelben und blauen LED oder durch Lumineszenzkonversion: Blaues Licht regt ein Material zur Emission von gelbem Licht an. Die Mischung ergibt weiß, jedoch noch mit eingeschränkter Farbwiedergabe. Gegenwärtig werden Lichtausbeuten (je nach Farbe) bis 60 lm/W und eine Lebensdauer von bis zu 50000 Stunden erreicht. LED-Licht enthält keine ultravioletten (UV-) und infraroten (IR-) Strahlungsanteile, was Materialschäden trotz hoher Bestrahlungsstärken stark reduziert. Ziel gegenwärtiger LED-Entwicklung ist die Steigerung der Lichtausbeute und die Verbesserung der Farbwiedergabe sowie die Beherrschung der Temperaturabhängigkeit der Lebensdauer. LED lassen
sich dimmen, z.B. durch Pulsweitenmodulation der Gleichspannung, bei der nach einem einstellbaren ON/OFF-Verhältnis der Gleichstrom ein- und ausgeschaltet und damit die Energiezufuhr geregelt wird.

Module mit mehreren LED auf einer Leiterplatte und die zugehörige Spannungsversorgung bilden eine Funktionseinheit und werden daher gerne auch als das eigentliche Leuchtmittel bezeichnet.

Neue Weiterentwicklungen betreffen die organischen LED, die OLED, bei denen die Lichterzeugung in einer organischen Substanz erfolgt. Entweder haben diese kleine Moleküle (smOLED – small molecule OLED) oder große Molekülketten, wie Polymere (pOLED – polymer-OLED). Die OLED-Technologie bietet bisher noch nicht annähernd erforschte Möglichkeiten der Lichterzeugung. Während LED sehr kleine Einzelelemente mit nur wenigen Millimeter Durchmesser sind, lassen sich mit OLED auch großflächige Lichtemitter herstellen.

Lampeneigenschaften

Die wichtigsten Eigenschaften von Lampen sind

  • Lampenleistung und Lampenlichtstrom
  • Lichtausbeute
  • Lichtfarbe und Farbwiedergabe
  • Lebensdauer sowie
  • Form und Abmessungen.

 

Lichtausbeute

Lampen wandeln elektrische Leistung in sichtbare Strahlung (Licht) um. Die Lichtausbeute einer Lampe ist das Maß dafür. Sie wird in Lumen je Watt (lm/W) angegeben. Der größte Teil der von einer Lampe aufgenommenen elektrischen Leistung wird jedoch in Wärme umgesetzt. Glühlampen geben etwa nur 5%, Leuchtstofflampen zwischen 20% und 40% ihrer elektrischen
Leistung als Licht ab. Daher ist es die vornehmlichste Aufgabe der Lampenentwickler, die Lichtausbeute zu steigern, was mit den Gasentladungslampen und hier insbesondere mit den Leuchtstofflampen mit 16 mm Durchmesser (sogenannte T5-Lampen) in besonderer Weise gelungen ist.

Die theoretisch maximal erreichbare Lichtausbeute bei monochromatischer Strahlung beträgt 683 lm/W, für weißes Licht im sichtbaren Spektralbereich von 380 nm bis 780 nm nur 199 lm/W. T5-Leuchstofflampen erreichen bereits bis 104 lm/W (Verlustleistung des Vorschaltgerätes nicht eingerechnet).

Zum Betrieb von Entladungslampen sind Vorschaltgeräte erforderlich, die die Systemlichtausbeute – das ist das Verhältnis von Lampen-Lichtstrom zur Leistung von Lampe und Vorschaltgerät – beeinflussen. Die System- Lichtausbeute wird von der Lichtausbeute der Lampe und der Verlustleistung der notwendigen Betriebsgeräte (Vorschaltgeräte) bestimmt. Die richtige Auswahl der
Lampen und deren Vorschaltgeräte, also hohe Systemlichtausbeuten, bilden den wesentlichen Teil möglicher Energieeinsparung in der Beleuchtung. In den Lampentabellen (siehe Kapitel 4.3) ist die Lichtausbeute der Lampen je nach Art des Vorschaltgerätes angegeben.

Lichtfarbe

Die Lichtfarbe einer Lichtquelle wird durch die ähnlichste Farbtemperatur Tcp (température de couleur proximale) gekennzeichnet. Die ähnlichste Farbtemperatur ist die Temperatur des erhitzten Platins, dessen Farbwahrnehmung gleich der der betreffenden Lichtquelle ist. Niedrige ähnlichste Farbtemperaturen beschreiben warme, gelb-rot-weiß erscheinende Lichtfarben,
wie z.B. Kerzen, Glühlampen und andere Temperaturstrahler. Hohe Temperaturen beschreiben kalte, also mehr weiß-blaue Lichtfarben, wie z. B. das Tageslicht mit etwa 6500 K (bedeckter Himmel).

In den europäischen Normen zur Beleuchtung werden im Allgemeinen keine Empfehlungen zur Lichtfarbe der zu verwendenden Lampen gegeben, weil deren Auswahl stark von der Psychologie, der Ästhetik und dessen, was in den unterschiedlichen Regionen Europas als natürlich angesehen wird, abhängt. Die Wahl der geeigneten Lichtfarbe der Lampen hängt also stark von den regionalen Gewohnheiten ab, ebenso auch vom Beleuchtungsstärkeniveau, den Farben des Raumes und der Möbel, vom Klima der Umgebung und dem Anwendungsfall. In warmen Klimazonen wird allgemein eine höhere Farbtemperatur, z. B. tageslichtweiß, bevorzugt, in kaltem Klima eher eine niedrigere Farbtemperatur, also warmweiße Lichtfarben.

== Farbwiedergabe ==

Für die Sehleistung, die Behaglichkeit und das Wohlbefinden
ist es wichtig, dass die Farben der Umgebung,
der Objekte und der menschlichen Haut natürlich und
wirklichkeitsgetreu wiedergegeben werden. Dies lässt
Menschen attraktiv und gesund aussehen. Je nach
Einsatzort und Sehaufgaben sollten künstliche Lichtquellen
ebenso eine möglichst korrekte Farbwahrnehmung
gewährleisten wie das natürliche Tageslicht.

siehe:Farbwiedergabe

Lebensdauer

Die Lebensdauer von Lampen hängt von mehreren Einflüssen ab. Bei Glühlampen – z.B. im Wohnbereich – ist es ausreichend, ihre statistische mittlere Lebensdauer anzugeben. Sie beträgt für Allgebrauchsglühlampen 1000 Stunden und für Halogenglühlampen 2000 bis 4000 Stunden. Nach dieser Zeit sind noch 50% der Lampen (statistisch) funktionstüchtig. Diese Lebensdauer wird auch mittlere Lebensdauer genannt.

Für Kompakt-Leuchtstofflampen mit eingebautem (meist elektronischem) Vorschaltgerät, die in erster Linie als Ersatz von Allgebrauchsglühlampen in Betracht kommen, wird die gleiche Lebensdauerdefinition verwendet wie für Glühlampen.

Bei Leuchtstofflampen und Kompakt-Leuchtstofflampen mit externen Vorschaltgeräten sowie bei Hochdrucklampen und Natrium-Niederdrucklampen wird die Nutzlebensdauer (auch wirtschaftliche Lebensdauer) angegeben. Das ist diejenige Zeit, nach der der Anlagenlichtstrom (das Produkt aus dem Anteil der noch funktionsfähigen Lampen und dem aufgrund des Lichtstromabfalls noch verfügbaren Lichtstrom) 70% oder 80% des Anfangswertes erreicht hat. Der Nutzlebensdauer bei Leuchtstofflampen liegt ein Schaltzyklus von 3 Stunden (165 Minuten ein und 15 Minuten aus) zugrunde. Bei Hochdrucklampen ist der Schaltzyklus auf 12 Stunden (11 Stunden ein und 1 Stunde aus) festgelegt.

Davon unterschieden wird die Nennlebensdauer. Das ist die Zeit, nach der bei einem 12-Stunden-Schaltrhythmus (11 Stunden ein, 1 Stunde aus) von allen Lampen z.B. 10% ausgefallen sind (Abkürzung 12B10).


Das Bild zeigt den prinzipiellen Verlauf der Funktionsfähigkeit A (Anzahl noch funktionstüchtiger Lampen) und des Lampenlichtstroms B in Abhängigkeit von der Brenndauer. Das Produkt aus beiden Größen A · B ergibt den Anlagenlichtstrom. Für stabförmige Leuchtstofflampen und für Kompakt-Leuchtstofflampen sind dafür im Abschnitt „Lampenwartungsfaktor“ realistische Diagramme angegeben.

Die wirtschaftliche Lebensdauer (Nutzlebensdauer) wird bei Leuchtstofflampen auf 80% des Anlagenlichtstromes bezogen.

Die Nutzlebensdauer hängt von einer Reihe Einflussgrößen ab, z. B. von der Schalthäufigkeit, von der Lampenleistung, von der Art der Leuchtstoffe und schließlich auch von der Fertigungscharge. Insofern können exakte Lebensdauerangaben nur schwerlich gemacht werden. Allerdings ist aus praktischer Sicht eine exakte Lebensdauerangabe auch nicht immer erforderlich, weil der Lampenwechsel meist nicht am Ende der Nutzlebensdauer erfolgt, sondern zu einem Zeitpunkt, der aus betrieblichen Gründen bestimmt wird. Der Lampenwechsel erfolgt z.B. aufgrund von
Nachmessungen der Beleuchtungsstärke, von innerbetrieblichen Kostenanalysen für Wartungsprozeduren und z.B. auch in Abhängigkeit von Zugangsmöglichkeiten zur Beleuchtungsanlage.

Nach diesen und weiteren Kriterien wird in vielen Fällen entschieden, ob Gruppenauswechselung oder Einzelauswechselung der Lampen vorgenommen werden soll.

Bei Dreibanden-Leuchtstofflampen an magnetischen Vorschaltgeräten wird unter Nennbedingungen eine Nutzlebensdauer (mittlere Lebensdauer) von 10000 Stunden (13000 Stunden) und bei Warmstart-EVG bis zu 18000 Stunden (20000 Stunden) erreicht. Diese Werte gelten für Nennbedingungen und für einen Rückgang des Anlagenlichtstroms auf 80% des Anfangswertes (bzw. für 50% Lampenausfall). Unter- und Überbelastungen können zu Lebensdauer-Verringerungen führen.

Die Perfektion des Vorheizbetriebes (Vermeidung von Kaltstartanteilen) verlängert die Lebensdauer wesentlich und verringert so auch die Anfälligkeit gegen häufiges Schalten. EVG mit chip-kontrollierter Elektrodenvorheizung haben praktisch eine von der Schalthäufigkeit unabhängige Lebensdauer.

Lampenbezeichnung

Die Vielzahl der Lampenarten, deren Leistungen, Lichtfarben, Sockelausführungen und sonstige Eigenschaften sind kaum noch überschaubar. Firmenspezifische Bezeichnungen von gleichartigen und kompatiblen Lampen weichen voneinander ab. Die Praxis ist jedoch an einem einheitlichen Lampenbezeichnungssystem interessiert, welches firmenübergreifend die wichtigsten Lampeneigenschaften erfasst.

Hinsichtlich Lichtfarbe und Farbwiedergabe haben sich die Lampenhersteller international auf eine einfache Art der Kennzeichnung, zusätzlich zu der firmenspezifischen festgelegt. Sie besteht aus drei Ziffern ( Farbwiedergabe ).

Die 1. Ziffer gibt den Farbwiedergabeindex Ra, die 2. und 3. Ziffer geben die Farbtemperatur in Kelvin an. Zum Beispiel bedeutet die Bezeichnung 840 eine Leuchtstofflampe mit einem Farbwiedergabe-Index von 80 bis 89 und einer Farbtemperatur von 4000 K, was der Lichtfarbe Neutralweiß entspricht.

Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI in Deutschland, Fachverband Elektroleuchten, hat ein Lampenbezeichnungssystem “’LBS“‘ entwickelt, welches vornehmlich die Lampen nach ihren leuchtenrelevanten Eigenschaften erfasst. Dieses System ist in weiten Kreisen der deutschen – aber auch der europäischen – Leuchtenindustrie eingeführt, weil es kurze und für die Orientierung über die Lampenart ausreichende Bezeichnungen ermöglicht. Oft wird das LBS-System – oder Teile davon – als Bestandteil der Bestellnummern von Leuchten verwendet, z.B. TC für Leuchten für Kompakt-Leuchtstofflampen (Tubeform Compact).

Das LBS besteht aus drei Systemblöcken. Der erste Systemblock kennzeichnet die Lichterzeugungsart, z.B. „H“ für Hochdruck (High pressure), der zweite Systemblock kennzeichnet das Medium zur Lichterzeugung, z.B. M für Quecksilber (Mercury). Daraus ergeben sich 7 Gruppen:

  1. . Allgebrauchsglühlampen
  2. . Halogenglühlampen
  3. . Hochdruck-Entladungslampen HM (Quecksilberdampf)
  4. . Hochdruck-Entladungslampen HI (Halogen-Metalldampf)
  5. . Hochdruck-Entladungslampen HS (Natriumdampf)
  6. . Niederdruck-Entladungslampen LM (Quecksilberdampf)
  7. . Niederdruck-Entladungslampen LS (Natriumdampf)

 

Der dritte Systemblock beschreibt im Wesentlichen die Kolbenform, z. B. T für stabförmige Lampen (Tube). Weitere Bezeichnungszusätze sind in dem LBS-Katalog festgelegt (siehe > Elektrische Leuchten > Publikationen, auch in englischer Sprache).

Leuchtstofflampen sind Quecksilberdampf-Niederdrucklampen und werden mit LM (Low Pressure, Mercury) bezeichnet, gefolgt von der Angabe über die Kolbenform.

Beispiele: LM T26 bezeichnet eine Leuchtstofflampe mit 26 mm Rohrdurchmesser, die international auch mit T8 bezeichnet wird. Die T5-Lampen werden nach LBS mit T16 bezeichnet. Die älteren T12-Lampen mit 38 mm Durchmesser werden nach LBS mit T38 bezeichnet. LM wird der Einfachheit wegen meist weggelassen.

Weitere Angaben, wie Lampenleistung, Lichtfarbe und Sockelbezeichnung können dieser grundlegenden Bezeichnung angefügt werden.

International ist das Lampen-Bezeichnungssystem “’ILCOS“‘ (International Lamp Code System) eingeführt, das in der internationalen Spezifikation IEC TS 61231 von 1999 beschrieben und z.B. in DIN 49805 als deutsche Norm veröffentlicht ist. In den Katalogen der international tätigen Lampenhersteller wird die ILCOSBezeichnung in Form einer Übersetzungsliste den firmenspezifischen
Lampenbezeichnungen gegenüber gestellt.

ILCOS erfasst nahezu alle Lampeneigenschaften, so dass dies allein schon wegen der Eindeutigkeit der Beschreibung zu einer für die Praxis schwer zu handhabenden Bezeichnungslänge führt und nicht als Bestellzusatz für die betreffenden Leuchten verwendet werden kann. Daher sind auch kurze (ILCOS L), erweiterte kurze (ILCOS LE) oder Standardbezeichnungen (ILCOS D) als vollständige Kennzeichnung der Lampen möglich.


Die Struktur der ILCOS-Bezeichnungen ist für

  1. . Glühlampen,
  2. . Halogenglühlampen,
  3. . Leuchtstofflampen,
  4. . Natriumdampf-Hochdrucklampen,
  5. . Natriumdampf-Niederdrucklampen,
  6. . Quecksilberdampf-Hochdrucklampen,
  7. . Halogen-Metalldampflampen und für
  8. . Lampen/Starter für spezielle Anwendungen

im Einzelnen in IEC TS 61231 festgelegt.

Beispiel Eine stabförmige T8-Leuchtstofflampe 58 W der Lichtfarbe 840 wird nach ILCOS D wie folgt bezeichnet: FD-58/40/1B-E-G13-26/1500.

Darin bedeuten

FD zweiseitig gesockelte Lampe

58 Leistung 58 W

40 Lichtfarbe 4000 K

1B für Ra von 80 bis 89

E Startverhalten: externer Starter, mit Vorheizung

G13 Sockelbezeichnung

26 Rohrdurchmesser 26 mm

1500 Länge 1500 mm

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